allein sein

heute ist der 26. dezember stephanstag. ich sitze alleine am flughafen in einem kaffe, in welchem man abgestandenen smoothie und Sandwichs von gestern kriegt, ganz nach dem moto "besser als nichts!". alle meine freunde denken ich sei verrückt, denn den stephanstag verbringt man sicherlich nicht alleine, geschweige davon in einer unbekannten stadt, in der man nicht, wenn sich das bedürfnis nach netter gesellschaft meldet, dem alleinsein entfliehen könnte. doch hier sitze ich versuche mich zu beherrschen nicht menschen anzustarren, die sich verhalten als wollten sie uns alle verarschen und in der nächsten sekunde kommt ein satz wie: ihr seid opfer geworden von einer versteckten kamera. dort ist eine kamera dort....etc." Vor mir sitzt eine junge frau die ihr gesicht alle drei minuten verzieht, mich anschaut und fragt welches alter ich ihr geben würde und dass ihr bewusst sei, dass sie in nächster Zeit unbedingt ihren arzt kontaktieren müsse um einen termin für die nächste botoxbehandlung zu ergattern. Neben mir sitzt eine in die jahre gekommene liebenswürdig dreinblickende frau, die ihre frage immer wieder aufs neue höfflich beantwortet. Ich glaube sie ist froh jemanden zum reden zu haben, daher spielt es keine Rolle, dass dieses gespräch sich nie einem ende zuneigen wird. wenn ich also diese menschen anschaue und mir ihre lebensgeschichte ausdenke, dann denke ich nicht dass sie alleine sind. nein ich denke dass das alleine sein dir aufgedrückt wird. wenn dich jemand fragt ob du alleine bist, dann sollte deine antwort immer nein lauten, da du es eindeutig nicht bist. schon die frage ist dumm. klar man muss das alleine sein lernen, doch hat man es einst gelernt , ist es etwas wuderschönes! es ist weder bedrückend noch ein anlass zur trauer, es ist das gefühl von freiheit und der festen überzeugung alles erreichen zu können, allein. vielleicht ist das der einzige weg um sich selbst zu finden. alleine sein macht stark und dreht die empfindung um 180 grad. mein flug nach london wird ausgerufen. ich packe meine sieben sachen nicke den beiden frauen, die tief in ihr gespräch von zuvor vertieft sind, zu und mache mich ALLEINE auf den weg zum gate und dies voller vorfreude auf die freiheit.

26.12.14 16:55

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Ani Beutel / Website (26.12.14 17:11)
Das Alleinsein hat wirklich etwas schönes, beruhigendes und freies. Ich kann deine Gefühle gut nachvollziehen.
Liebe Grüße Ani Beutel

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