die normalität?

der versuch normal zu sein scheitert immer, denn die wahrnehmung jedes menschen ist komplett verschieden. so auch die definition des normalen. Wenn dich jemand fragt wie es in deinem leben läuft und du mir "ganz normal" antwortest, was bedeutet das? du lebst mit deinem entzückenden, reichen und zuvorkommenden ehemann und deinen zwei wunderschönen kindern in einem einfamilienhaus und bist selbst eine erfolgreiche selbstständige modedesignerin? stell dir vor was "normal" in afrika heisst: Mir geht es scheisse, habe vielleicht 6 kinder und die hälfte habe ich verkauft, damit ich die anderen drei ernähren kann. mein mann hat noch 4 andere frauen und besäuft sich den ganzen tag mit dem geld, das ich verdient habe um unser essen zu kaufen. ich persönlich finde den begriff normal oder die normalität ein ziemlich abwertendes wort, das einem vor augen führt wie wenig man schätzt, was man hat. es wiederspiegelt die ansichtsweise, die leider so viele menschen, die das privileg hatten in einem reichen land geboren zu sein teilen. das leben ausserhalb meiner kleinen welt interessiert mich nicht, und wenn auch, ich könnte es nicht ändern, auch wenn ich dies wollte. dies ist vollkommen normal, normal bedauernswert!

1 Kommentar 2.1.15 15:01, kommentieren

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allein sein

heute ist der 26. dezember stephanstag. ich sitze alleine am flughafen in einem kaffe, in welchem man abgestandenen smoothie und Sandwichs von gestern kriegt, ganz nach dem moto "besser als nichts!". alle meine freunde denken ich sei verrückt, denn den stephanstag verbringt man sicherlich nicht alleine, geschweige davon in einer unbekannten stadt, in der man nicht, wenn sich das bedürfnis nach netter gesellschaft meldet, dem alleinsein entfliehen könnte. doch hier sitze ich versuche mich zu beherrschen nicht menschen anzustarren, die sich verhalten als wollten sie uns alle verarschen und in der nächsten sekunde kommt ein satz wie: ihr seid opfer geworden von einer versteckten kamera. dort ist eine kamera dort....etc." Vor mir sitzt eine junge frau die ihr gesicht alle drei minuten verzieht, mich anschaut und fragt welches alter ich ihr geben würde und dass ihr bewusst sei, dass sie in nächster Zeit unbedingt ihren arzt kontaktieren müsse um einen termin für die nächste botoxbehandlung zu ergattern. Neben mir sitzt eine in die jahre gekommene liebenswürdig dreinblickende frau, die ihre frage immer wieder aufs neue höfflich beantwortet. Ich glaube sie ist froh jemanden zum reden zu haben, daher spielt es keine Rolle, dass dieses gespräch sich nie einem ende zuneigen wird. wenn ich also diese menschen anschaue und mir ihre lebensgeschichte ausdenke, dann denke ich nicht dass sie alleine sind. nein ich denke dass das alleine sein dir aufgedrückt wird. wenn dich jemand fragt ob du alleine bist, dann sollte deine antwort immer nein lauten, da du es eindeutig nicht bist. schon die frage ist dumm. klar man muss das alleine sein lernen, doch hat man es einst gelernt , ist es etwas wuderschönes! es ist weder bedrückend noch ein anlass zur trauer, es ist das gefühl von freiheit und der festen überzeugung alles erreichen zu können, allein. vielleicht ist das der einzige weg um sich selbst zu finden. alleine sein macht stark und dreht die empfindung um 180 grad. mein flug nach london wird ausgerufen. ich packe meine sieben sachen nicke den beiden frauen, die tief in ihr gespräch von zuvor vertieft sind, zu und mache mich ALLEINE auf den weg zum gate und dies voller vorfreude auf die freiheit.

1 Kommentar 26.12.14 16:55, kommentieren